{"id":2350,"date":"2019-12-18T13:51:21","date_gmt":"2019-12-18T12:51:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mlc-munich.de\/web\/?page_id=2350"},"modified":"2023-04-05T14:06:57","modified_gmt":"2023-04-05T12:06:57","slug":"mlc-geschichte-chronik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.mlc-munich.de\/web\/en\/der-mlc\/mlc-geschichte-chronik\/","title":{"rendered":"MLC Geschichte \/ Chronik"},"content":{"rendered":"<h1>MLC-Biographie anl\u00e4sslich der feierlichen Aufnahme in die Leather Hall of Fame am 26. April 2020, 17.12.2021<\/h1>\n<p>Der \u201eM\u00fcnchner L\u00f6wen Club\u201c wurde im November 1974 in der \u201eDeutsche Eiche\u201c zun\u00e4chst als \u201eM\u00fcnchner Leder Club\u201c gegr\u00fcndet. Initiatoren waren damals unter anderem Arno R\u00fcsing und Manfred Stavenhagen (auch bekannt als \u201eLohengrin\u201c).<\/p>\n<p>Im Jahr 1979 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister mit der Benennung \u201eM\u00fcnchner L\u00f6wen Club\u201c und dem Vereinszweck \u201eF\u00f6rderung zwischenmenschlicher Beziehungen am Motorsport Interessierter und ihrer Freunde\u201c. Diese Formulierung hatte einen juristischen Hintergrund, da Sexualit\u00e4t unter Gleichgeschlechtlichen seinerzeit noch unter Strafe stand. Nicht jeder sollte auf Anhieb erkennen, dass es sich bei diesem Club um einen schwulen Club handelte.<\/p>\n<p>Der M\u00fcnchner Leder Club hatte von Anfang an keine kommerziellen, sondern kameradschaftliche, ideelle Ziele.<\/p>\n<p>Das Leder trat um 1965 seinen Siegeszug unter den Schwulen an.<\/p>\n<p>Es entstanden nach und nach schwule Clubs. Am Anfang des M\u00fcnchner L\u00f6wen Clubs stand eine Frau: Gusti mit ihrem Lokal \u201eOchsengarten\u201c (der im \u00dcbrigen bis heute Bestand hat). Gusti er\u00f6ffnete die Lederphase als Wirtin.<\/p>\n<p>Der Ochsengarten wurde damals das erste Clublokal des M\u00fcnchner L\u00f6wen Club. Sp\u00e4ter kam als zweites Clublokal das Eagle hinzu. In den Clublokalen spielte sich haupts\u00e4chlich das Clubleben ab. Sex spielte selbstverst\u00e4ndlich eine gro\u00dfe Rolle. In den Lokalen wurde eher wenig gesprochen, man kam sofort zur Sache. Zudem fuhren die Mitglieder zu anderen Clubs zu Besuch und diese kamen nach M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Die Vernetzung mit anderen Clubs fand auch auf der formalen Ebene statt. Lohengrin holte schon 1975 die gerade gegr\u00fcndete europ\u00e4ische Vereinigung der Lederclubs, die ECMC (European Confederation of Motorcycle Clubs) zu einer Tagung nach M\u00fcnchen. Damit wuchs die Bedeutung des M\u00fcnchner Clubs. Au\u00dfer der ECMC in ganz Westeuropa wuchs auch die Vereinigung der deutschsprachigen Clubs, die SKVdC (st\u00e4ndige Konferenz der Vertreter deutschsprachiger Clubs), in der der M\u00fcnchner L\u00f6wen Club von Anfang an Mitglied war.<\/p>\n<p>Als der M\u00fcnchner L\u00f6wen Club e. V. erstmals 1977 im Zelt der Br\u00e4urosl den kompletten Balkon am ersten Wiesn-Sonntag\u00a0 f\u00fcr das Oktoberfesttreffen reservierte, kam es an diesem Tag zu einer \u201eIrritation\u201c: der Wirt war im Glauben, dass es sich beim \u201eM\u00fcnchner L\u00f6wen Club e. V.\u201c um den bekannten Fussballverein \u201eTSV 1860 M\u00fcnchen\u201c (\u201eM\u00fcnchner L\u00f6wen\u201c) handelt. Aus dieser unerwarteten (schwulen) Liaison resultiert bis heute ein mit gegenseitigem Respekt und gleicherma\u00dfen gelebter Toleranz gepr\u00e4gtes Miteinander. Ger\u00fcchten zufolge ist der \u201eGaysunday\u201c in der Br\u00e4urosl der umsatzst\u00e4rkste Tag w\u00e4hrend des gesamten Oktoberfestes, da sich dieses Zelt in Folge der MLC-Aktivit\u00e4t mittlerweile insgesamt mit ca. 8.000 \u00fcberwiegend schwulen G\u00e4sten f\u00fcllt und dieses Event weltweit bekannt ist.<\/p>\n<p>International waren von Anfang an viele Amerikaner G\u00e4ste. Dies mag auch daran gelegen haben, dass in M\u00fcnchen eine amerikanische Kaserne stationiert war und M\u00fcnchen mit dem Umland zudem einen sehr gro\u00dfen touristischen Reiz hat. Der Club vergr\u00f6\u00dferte sich sehr schnell, der Zulauf war gewaltig. Binnen weniger Jahre stieg die Mitgliederzahl auf einhundertf\u00fcnfzig.<\/p>\n<p>In den Anfangsjahren des Clubs ist auch das Logo entstanden: Zwei kopulierende L\u00f6wen in einem Ring aus Ketten. Der Grafiker Klaus erfand unser Clubzeichen. Tom of Finland zeichnete f\u00fcr Lohengrin und den M\u00fcnchner L\u00f6wen Club ein ber\u00fchmtes Motiv mit einem Kerl in kurzen Lederhosen.<\/p>\n<p>Eine tiefe und langanhaltende Freundschaft des MLC zu den USA hat sich schon seit 1976 begr\u00fcndet, wie Manfred Stavenhagen (\u201eLohengrin\u201c) als Mitbegr\u00fcnder des MLC berichtet. Die gegenseitig gelebte Gastfreundschaft war damals schon ausgepr\u00e4gt und reicht bis in die jetzige Zeit!<\/p>\n<p>Der MLC hatte viele internationale G\u00e4ste \u2013 auch Freddy Mercury war dabei, der ein T-Shirt mit dem MLC-Logo und dem Kerl in kurzer Hose trug, der seinerzeit vom Zeichner \u201eTom of Finland\u201c kreiert wurde.<\/p>\n<p>Neben den zahlreichen Beziehungen zu Amerika und amerikanischen Clubs entstanden engere Beziehungen zum Berliner Club, der in vielfacher Weise Vorbild f\u00fcr den M\u00fcnchner L\u00f6wen Club war. Sp\u00e4ter ergab sich eine besondere Freundschaft zur \u201eLoge 70\u201c in Z\u00fcrich\/Schweiz. Diese Freundschaften hielten nicht ewig, da auch deren F\u00fchrungen wechselten oder sich Clubs aufl\u00f6sten.<\/p>\n<p>Da sowohl die Lederszene als auch der Club weiter wuchsen, die Beziehungen zu anderen Clubs zahlreicher wurden, das Oktoberfesttreffen schon bis zu 800 Besucher anzog, entstand immer mehr und mehr ein erh\u00f6hter Organisationsaufwand. Daher wurde der Club 1979 in einen eingetragenen Verein umgewandelt, um die Verantwortlichkeiten als auch den Verkehr zu Gesch\u00e4ftsleuten und Beh\u00f6rden besser regeln zu k\u00f6nnen. Das konnte der kumpelhafte Haufen von 1974, bei dem alles auf Treu und Glauben ging, nicht mehr. Zwar ging dadurch die gem\u00fctliche und jugendliche Atmosph\u00e4re der ersten Jahre etwas verloren, aber Grunds\u00e4tzliches ist bis heute bewahrt worden.<\/p>\n<p>Die Lokale waren damals als Treffpunkte haupts\u00e4chlich sexuelle Marktpl\u00e4tze. Das \u00e4nderte sich in den 80-iger Jahren durch die AIDS-Krise. Sie hat das Leben aller schwulen erheblich beeinflusst. Denk- und Verhaltensweisen mussten ge\u00e4ndert werden. Kondome waren in den Siebzigern eher ungew\u00f6hnlich, seit AIDS sind sie selbstverst\u00e4ndlicher Begleiter. Dem Club kam in der Krise eine besondere Rolle zu: die Mitglieder gaben sich untereinander Halt und St\u00fctze, die Krise schwei\u00dfte zusammen, auch wenn durch die zahlreichen Todesf\u00e4lle der Club zu zerrei\u00dfen drohte. Da seitens offizieller Stellen zun\u00e4chst wenig Hilfe zu erwarten war, war dies die Stunde der Selbsthilfe der Community.<\/p>\n<p>So wurde der MLC am 16. Januar 1984 neben der Arbeitsgruppe \u201eHomosexuelle und Kirche\u201c (HuK) und dem Verein f\u00fcr sexuelle Gleichberechtigung (VSG) Gr\u00fcndungsmitglied der \u201eM\u00fcnchner Aids-Hilfe e.V.\u201c. Dies zeigte schon damals den hohen Stellenwert des Themas HIV \/ Aids im MLC. Der MLC brachte in die M\u00fcnchner Aids-Hilfe ein gr\u00f6\u00dferes Startkapital ein. Er stellte die Verbindungen zum M\u00fcnchner Gesundheitsamt und zur Praxis Dr. J\u00e4ger, einer der ersten in M\u00fcnchen t\u00e4tigen Aidsforscher, her. Bei einer Versteigerung w\u00e4hrend des Oktoberfestes 1983 wurde eine erste Summe in H\u00f6he von 3.000 Deutsche Mark f\u00fcr die Aidsforschung gesammelt, was damals viel Geld war. Die Beziehung zwischen MLC und M\u00fcnchner Aids-Hilfe ist auch heute noch von st\u00e4ndiger sachlicher Zusammenarbeit, insbesondere der Pr\u00e4ventionsarbeit, gepr\u00e4gt. Aufkl\u00e4rung zu HIV und weiteren sexuell \u00fcbertragbaren Erkrankungen stehen heute nachhaltig in der Informationspolitik des Vereins.<\/p>\n<p>Das gesellschaftliche als auch politische Umfeld hat den Verein vor neue Herausforderungen gestellt. Gem\u00e4\u00df seiner Satzung ist der M\u00fcnchner L\u00f6wen Club parteipolitisch und konfessionell neutral. Gleichwohl hat er sich schwulenpolitisch ge\u00f6ffnet, ohne damit seine Grunds\u00e4tze aufzugeben. Trotz oder gerade wegen der AIDS-Krise ging der Club gest\u00e4rkt aus dieser \u00c4ra hervor. Das Bild des Clubs hat sich, auch dank des unerm\u00fcdlichen ehrenamtlichen und sozialen Engagements zumindest innerhalb der Szene in dieser Zeit sehr gewandelt.<\/p>\n<p>Wie hat sich der Verein in den folgenden Jahren bis heute entwickelt?<\/p>\n<p>Die Geschichte des MLC war durchaus auch von Krisen begleitet. Einmal hie\u00df es, \u201eder MLC sei ein sinkendes Schiff, das niemals unterginge\u201c. 1981 entstand eine ernste Lage, da sich der damalige Vorstand unaufh\u00f6rlich zerstritt und den Club aufl\u00f6sen wollte. 1984 bestand die Gefahr, dass sich der Club aufteilen k\u00f6nnte, jedoch gaben die Abtr\u00fcnnigen auf und vom neuen Vorstand blieben alle im folgenden Jahr im Amt, was ein Novum war. Seinerzeit wurde der Vorstand j\u00e4hrlich neu gew\u00e4hlt. Eine l\u00e4ngere Amtsperiode des Vorstands wurde immer von der Mitgliederversammlung verhindert, da man sich nicht grunds\u00e4tzlich festlegen wollte, sich \u00fcber ein Jahr hinaus festlegen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wie anfangs erw\u00e4hnt, lautet der Vereinszweck \u201eF\u00f6rderung zwischenmenschlicher Beziehungen am Motorsport Interessierter und ihrer Freunde\u201c.<\/p>\n<p>So organisierte der MLC 1984 w\u00e4hrend der j\u00e4hrlich stattfindenden ECMC-Motorbike in Edinburgh (Schottland) eine gro\u00dfe Reise der kontinentalen Biker durch Gro\u00dfbritannien nach Edinburgh. Dies f\u00fchrte zu einer erg\u00e4nzenden vertieften freundschaftlichen Verbundenheit zwischen den Briten und den Deutschen.<\/p>\n<p>Im Jahr 1982 wurde die MLC-eigene Clubzeitschrift \u201eL\u00f6wenspiegel\u201c herausgebracht.<\/p>\n<p>In dieser wurde monatlich \u00fcber regionale und \u00fcberregionale Ereignisse der schwulen Welt berichtet. Heute \u00fcbernehmen \u00fcberregionale Bl\u00e4tter mit ihren regionalen Informationen, die sie von den einzelnen Clubs erhalten, diese Aufgaben.<\/p>\n<p>Die heutigen digitalen Kan\u00e4le erg\u00e4nzen diese Palette.<\/p>\n<p>Der MLC hatte sich durch sein Engagement einen guten Ruf erarbeitet. Der Wunsch nach einer eigenen Club Location wurde gr\u00f6\u00dfer. Best\u00e4rkt wurde dieser Wunsch dadurch, dass es aufgrund restriktiver Gesetzeslage in \u00f6ffentlichen Kneipen nicht m\u00f6glich war, offizielle Darkrooms und Spielm\u00f6glichkeiten zu errichten und zu betreiben. Einzige M\u00f6glichkeit ist (und bleibt) ein eigenes Vereinslokal zu gr\u00fcnden, das den Zugang strikt regelt und einzig Mitgliedern sowie registrierten Freunden vorbeh\u00e4lt. Somit ist es auch heute noch f\u00fcr Nicht-Mitglieder n\u00f6tig, sich vor dem ersten Besuch im UnderGround online \u00fcber die Homepage zu \u201eregistrieren\u201c und beim Einlass seinen Ausweis vorzuzeigen.<\/p>\n<p>(Aktualisierte Erg\u00e4nzung: die \u201eRegistrierungspflicht\u201c ist mittlerweile entfallen)<\/p>\n<p>Es ist den damaligen Vorst\u00e4nden um Dr. Thomas Tetzner zu verdanken, dass der \u201eUnderGround\u201c \u2013 die Club Location des MLC &#8211; ein nachhaltiger Ort und letztlich Mittelpunkt f\u00fcr das Widerspiegeln des schwulen Fetisch-Lebens in gesch\u00fctzter Atmosph\u00e4re weit \u00fcber M\u00fcnchen hinaus wurde. Wichtig war schon damals, dass der Betrieb dieser Location nicht in r\u00e4umlicher N\u00e4he zur lokalen schwulen Gastronomie stehen und damit in Konkurrenz, sondern, als davon r\u00e4umlich abweichend, eine Erg\u00e4nzung darstellen sollte. Damit entwickelte sich Ende der 90-iger Jahre der Verein zu einem modernen Sex- und Fetisch-Verein.<\/p>\n<p>Und so wurde im Herbst 1999 der erste \u201eUnderground\u201c er\u00f6ffnet \u2013 eine schwule Location, in der Fetisch-Partys stattfinden sollten. Dieser befand sich im n\u00f6rdlichen Schwabing, also im Norden M\u00fcnchens. Ehemals geh\u00f6rte dieses Geb\u00e4ude zu einer Bundeswehr-Kaserne. Die R\u00e4umlichkeiten, die sich in einem Untergescho\u00df befanden, boten die beste Umgebung, um dort Fetischpartys anbieten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dieser erste \u201eUnderground\u201c ist seitens des Vermieters im Jahr 2005 gek\u00fcndigt worden. Die Kasernenfl\u00e4chen wurden aufgel\u00f6st und einer anderen Nutzung unterzogen.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise konnte relativ kurzfristig eine neue Location gefunden werden, die uns bis zum Jahr 2011 erhalten blieb. Der Vermieter waren die Stadtwerke M\u00fcnchen. Leider wurden wir auch dort gek\u00fcndigt und die Suche nach einer k\u00fcnftigen Location gestaltete sich dann \u00e4u\u00dferst schwierig.<\/p>\n<p>Der (jetzige) Vorstand Raymund Spiegl war 8 Monate damit besch\u00e4ftigt, die Objekt-Vorschl\u00e4ge, die auf seinem Tisch landeten, zu pr\u00fcfen, in Augenschein zu nehmen und Gespr\u00e4che mit den potentiellen Vermietern aufzunehmen.<\/p>\n<p>Es war extrem schwierig, eine \u00d6rtlichkeit, die zum Einen eine gute Infrastruktur aufweist und zum Anderen einen Vermieter zu finden, der diese schwule Community willkommen hie\u00df. Das diesbez\u00fcgliche politische Umfeld war g\u00fcnstig. Die \u201eeingetragene Lebenspartnerschaft\u201c war anerkannt, wir hatten mit dem leider schon verstorbenen Dr. Guido Westerwelle einen schwulen Au\u00dfenminister.<\/p>\n<p>Unser Vermieter sagte damals in einem Gespr\u00e4ch mit Raymund Spiegl: \u201eDie Politik macht \u201ees\u201c uns doch vor\u201c \u2013 damit meinte er die zunehmende Akzeptanz und Toleranz gegen\u00fcber der LGBTIQ-Gemeinde. Und dieser Akzeptanz hat er sich angeschlossen und so ist auch das heutige Mietverh\u00e4ltnis entstanden als auch nachhaltig von gegenseitigem Respekt gepr\u00e4gt!<\/p>\n<p>Der aktuelle \u201eUnderground\u201c beherbergt eine \u201eContainer-L\u00f6sung\u201c: in ihm befinden sich mehrere Schiffscontainer, denen jeweils ein Motto zugeordnet wurde: der Sanit\u00e4r-Container mit Toiletten, Sp\u00fcl- und Duschm\u00f6glichkeit, der Fick- und Fist-Container, der Gloryhole-Container, der Darkroom-Container, der Yellow-Container und der SM-Container. Daneben gibt es gr\u00f6\u00dfere Spielfl\u00e4chen und nat\u00fcrlich einen geselligen Barbereich mit preiswerten Getr\u00e4nken, um sich auch im Gespr\u00e4ch n\u00e4her kennenlernen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die hygienischen Angebote sind einzigartig: es gibt Sp\u00fclm\u00f6glichkeiten und Duschen. \u00dcberall werden Kondome und Gleitgel zur Verf\u00fcgung gestellt. Handschuhe, Papierrollen, Waschbecken mit Seife und Sterilisationsmittel erg\u00e4nzen das selbstverst\u00e4ndliche Angebot.<\/p>\n<p>In der Clublocation finden an den Wochenenden regelm\u00e4\u00dfig verschiedene Motto-Parties statt. Von verschiedenen Fetisch Mottos wie Leder, Rubber, Sneaker hin zu speziellen sexuellen Praktiken wie Fisten oder yellow. Das Angebot ist vielf\u00e4ltig und wird von Mitgliedern und Freunden aus nah und fern gerne genutzt. Insgesamt werden in der Location jedes Jahr ca. 130 Partys veranstaltet, bei denen j\u00e4hrlich etwa 10.000 G\u00e4ste kommen.<\/p>\n<p>Der Club bietet heute neben dem Betrieb des \u201eUnderground\u201c eine Vielzahl von \u201esocializing\u201c an:<\/p>\n<p>Der \u201eMLC-Clubabend\u201c findet einmal im Monat in wechselnden schwulen Locations statt. Hier treffen sich Mitglieder, Freunde und Interessierte zum Austausch.<\/p>\n<p>In den Sommermonaten trifft man sich zum beliebten \u201eMLC-Biergarteln\u201c, ein Treffen in wechselnden M\u00fcnchner Bierg\u00e4rten. In den Wintermonaten stellt man sich den sportlichen Herausforderungen beim \u201eMLC-Bowling\u201c und im Januar einmal beim \u201eMLC-Eisstockschie\u00dfen\u201c.<\/p>\n<p>Das \u201eMLC-Grillfest\u201c im August f\u00fcr Mitglieder und Freunde rundet die Vielf\u00e4ltigkeit der Angebote ab. Ebenso beliebt ist die allj\u00e4hrliche \u201eMLC-Weihnachtsfeier\u201c, die seit einigen Jahren im Kellergew\u00f6lbe des \u201eAugustiner\u201c im Zentrum M\u00fcnchens stattfindet.<\/p>\n<p>Auch erw\u00e4hnt sein sollte, dass der MLC seit vielen Jahren regelm\u00e4\u00dfig am CSD in M\u00fcnchen teilnimmt und so die Fetisch-Flagge zeigt. Wir zeigen uns dabei als stolze, bunte und gemischte Gruppe: historisch von Leder- und Rubber-M\u00e4nnern bis heute zu \u201emoderneren\u201c Fetischen wie \u201ePuppys\u201c oder \u201eSportswear\u201c. Somit ist auch hier der Wandel vom reinen Lederclub hin zu einem modernen, aufgeschlossenen Fetischclub sichtbar.<\/p>\n<p>Zwei sehr gro\u00dfe Events locken bis zu 1.000 Besucher aus aller Welt nach M\u00fcnchen:<br \/>\ndas \u201eMLC-Starkbierfest\u201c im Februar\/M\u00e4rz und das \u201eMLC-Oktoberfest\u201c.<\/p>\n<p>Das \u201eMLC-Starkbierfest\u201c ist seit 2001 immer auch begleitet von der allj\u00e4hrlichen Wahl des \u201eBavarian Mister Leather\u201c. Dieser nimmt in der Regel an der Wahl zum IML International Mister Leather in Chicago teil. \u00dcbrigens gewann der erste \u201eBavarian Mister Leather\u201c Stefan M\u00fcller im Jahr 2001 auch den Titel \u201eIML\u201c!<\/p>\n<p>Das weltber\u00fchmte Oktoberfest ist seit mehr als 40 Jahren auch fest in schwuler Hand: der MLC feierte 2017 sein 40. Oktoberfesttreffen!<\/p>\n<p>Zu diesem Anlass zeichnete der bekannte deutsche schwule Comiczeichner Ralf K\u00f6nig exklusiv f\u00fcr den M\u00fcnchner L\u00f6wen Club das Motiv \u201eM\u00fcnchennasen\u201c, an dem der Verein die Rechte besitzt und das Motiv zu Marketingzwecken auf Bierkr\u00fcgen, Tassen, T-Shirts und Rucks\u00e4cken vermarktet.<\/p>\n<p>Bei diesem 40. Oktoberfesttreffen wurde der MLC in besonderer Weise geehrt:<\/p>\n<p>Im Festzelt \u201eBr\u00e4urosl\u201c der Wirte-Familie Heide-Volm, in dem traditionell am 1. Wiesn-Sonntag der \u201eGaysunday\u201c stattfindet, wurde der MLC-Vorstand in Begleitung des M\u00fcnchner Oberb\u00fcrgermeisters Dieter Reiter und anderen Lokalpolitikern an den sogenannten \u201eWirte-Tisch\u201c eingeladen, begleitet von gro\u00dfer medialer Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Angesichts der aktuellen Anzahl der Mitglieder mit mehr als 630 (!) Mitgliedern und den weit \u00fcber 2.000 (registrierten) G\u00e4sten, die uns allj\u00e4hrlich besuchen, z\u00e4hlt der M\u00fcnchner L\u00f6wen Club e. V. heute sicherlich zu den weltweit gr\u00f6\u00dften schwulen Fetisch-Vereinen.<\/p>\n<p>Er ist insbesondere in der schwulen Fetisch-Community M\u00fcnchens nicht mehr wegzudenken und bleibt sicherlich ein Kernbestandteil dieses Lebens.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Gr\u00f6\u00dfe und der entsprechenden Wahrnehmung in der \u00d6ffentlichkeit steht der Verein st\u00e4ndig vor sich ver\u00e4ndernden Herausforderungen, denen wir uns immer wieder gerne stellen.<\/p>\n<p>Innerhalb des Clubs wird oft um Ver\u00e4nderungen und notwendige Anpassungen gerungen. Jedoch ist es in letzter Zeit immer wieder gelungen, durch wohl durchdachte Kompromisse und Abw\u00e4gungen den Club behutsam voranzubringen und f\u00fcr alle Generationen und Fetische hinweg attraktiv zu halten.<\/p>\n<p>Mitunter ist es gerade die Beteiligung vieler Freunde \/ Ehrenamtler, was den MLC ausmacht! F\u00fcr Interessenten gilt: Beteiligung ist ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht und m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Zusammen mit den drei Vorst\u00e4nden (derzeit Curtis Warren Puckett, Benjamin Anderle, Martin Korinth), die alle zwei Jahre neu gew\u00e4hlt werden, und den mehr als 50 regelm\u00e4\u00dfig ehrenamtlich t\u00e4tigen Helfern stellen wir uns diesen Anspr\u00fcchen und hoffen, den Verein f\u00fcr weitere Jahrzehnte vorzubereiten.<\/p>\n<p>Nicht unerw\u00e4hnt bleiben sollte die verantwortungsvolle Aufgabe der beiden Revisoren, die ebenfalls im Zwei-Jahres-Rhythmus gew\u00e4hlt werden. Sie \u00fcberpr\u00fcfen regelm\u00e4\u00dfig die Arbeit der Vorst\u00e4nde und loben oder kritisieren diese.<\/p>\n<p>Zur Information \u00fcber allgemeine aktuelle Entwicklungen im Vereinsleben empfiehlt sich ein Blick auf die Homepage www.mlc-munich.de, die in deutscher und englischer Sprache gepflegt wird.<\/p>\n<p>Dem Board der Leather Hall of Fame danken wir ausdr\u00fccklich f\u00fcr die ehrw\u00fcrdige Aufnahme in diesen erlauchten Kreis!<\/p>\n<p>Wir sind uns dieser Ehre bewusst und gleicherma\u00dfen dankbar f\u00fcr diese nachhaltige amerikanisch-deutsche Freundschaft!<\/p>\n<p>April 2020<\/p>\n<p>M\u00fcnchner L\u00f6wen Club e. V.<br \/>\nRaymund Spiegl<br \/>\nMLC-Vorstand<\/p>\n<p>Der Autor bedankt sich insbesondere bei Manfred Stavenhagen (\u201eLohengrin\u201c) als Mitbegr\u00fcnder des MLC f\u00fcr zahlreiche Gespr\u00e4che und die Erlaubnis, Inhalte aus der \u201eFestschrift zum 20. Geburtstag des M\u00fcnchner L\u00f6wen Clubs 1994\u201c einflie\u00dfen lassen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Der Dank gilt auch dem Forum Queeres Archiv M\u00fcnchen e. V. f\u00fcr die Zur-Verf\u00fcgung-Stellung dieser Festschrift, als auch dem Stadtmuseum M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>(Die deutschsprachige Version dieses Beitrages wurde am 17.12.2021 aktualisiert).<br \/>\n(Die deutschsprachige Version dieses Beitrages wurde am 05.04.2023 nochmals aktualisiert).<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Unsere Chronik 35 Jahre MLC M\u00fcnchen<\/strong><br \/>\nerschienen im Jahr 2009<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mlc-munich.de\/web\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/35JahreMLC-screen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">HIER als PDF<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mlc-munich.de\/web\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/35JahreMLC-screen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2392\" src=\"https:\/\/www.mlc-munich.de\/web\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/35JahreMLC_Chronik.jpg\" alt=\"\" width=\"827\" height=\"1169\" srcset=\"https:\/\/www.mlc-munich.de\/web\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/35JahreMLC_Chronik.jpg 827w, https:\/\/www.mlc-munich.de\/web\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/35JahreMLC_Chronik-424x600.jpg 424w, https:\/\/www.mlc-munich.de\/web\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/35JahreMLC_Chronik-768x1086.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 827px) 100vw, 827px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MLC-Biographie anl\u00e4sslich der feierlichen Aufnahme in die Leather Hall of Fame am 26. April 2020, 17.12.2021 Der \u201eM\u00fcnchner L\u00f6wen Club\u201c wurde im November 1974 in der \u201eDeutsche Eiche\u201c zun\u00e4chst als \u201eM\u00fcnchner Leder Club\u201c gegr\u00fcndet. Initiatoren waren damals unter anderem Arno R\u00fcsing und Manfred Stavenhagen (auch bekannt als \u201eLohengrin\u201c). Im Jahr 1979 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister mit der Benennung \u201eM\u00fcnchner L\u00f6wen Club\u201c und dem Vereinszweck \u201eF\u00f6rderung zwischenmenschlicher Beziehungen am Motorsport Interessierter und ihrer Freunde\u201c. 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